Gespräch zur Berner City Card im Progr
Am 3. November veranstaltete die Onlinezeitung «Hauptstadt» im Progr in Bern einen Talk zum Thema City Card. Hier finden Sie das Video zum streamen.
Zum Gespräch eingeladen waren Sarah Schilliger, Autorin der Vorstudie zur City Card in Bern, Soziologin und Forscherin, Alexander Ott, Co-Leiter des Polizeiinspektorats der Stadt Bern und Liliana Lopez, die als Sans Papiers in der Schweiz gelebt hat.
Lopez beschrieb, wie viel Angst es auslöst, als Sans Papiers in der Schweiz zu leben. Es braucht viel Wissen und viel Organisation, um grundlegende Dinge wie Arbeit und Wohnen zu organisieren.
Schilliger betonte, dass die City Card nicht von oben nach unten, sondern nur mit Hilfe und Solidarität der Bevölkerung umgesetzt werden kann. Sie ist überzeugt, dass die City Card den Sans Papiers einen angstfreien Zugang zu Behörden, Gesundheit, öffentlichem Verkehr usw. ermöglichen könnte.
Ott zeigte auf, dass zwischen Realität und Migrationsrecht in der Schweiz eine Lücke klafft, die nicht ignoriert werden dürfe. Die City Card allein könne diese Lücke nicht füllen. Vielmehr müsse das Recht der Realität angepasst werden.
Was ist eine City Card?
Eine City Card funktioniert als Identitätskarte, die allen Stadtbewohner*innen, unabhängig von Nationalität und Aufenthaltsstatus, Zugang zu städtischen Dienstleistungen gewährt. Sie dient auch als Ausweisdokument gegenüber Behörden und Polizei. Mehrere Städte in Europa und in den USA haben sie bereits eingeführt.